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Die Unterzeichneten stellen mit Besorgnis fest, dass im Pflegealltag
wieder vermehrt veraltete, rücksichtslose Methoden angewandt
werden, die den Bedürfnissen der PatientInnen kaum gerecht
werden. Die dieser Tatsache zugrunde liegende Haltung hat das
Personal gewisser Pflegewohnheime und Spitäler dazu geführt,
PatientInnen missbräuchlich anzubinden oder sie auf andere
Weise körperlich oder seelisch zu misshandeln. Diese, übrigens
illegalen, Praktiken gehen meist mit einem Mangel an Ressourcen
einher und stehen in krassem Widerspruch zur Entwicklung unserer
Gesellschaft, die der Pflegequalität, der persönlichen
Freiheit sowie den Menschenrechten immer grössere Bedeutung
zumisst.
Wie lösen wir dieses Problem? Sollen wir sowohl Zwangsmassnahmen
als auch die Zwangsbehandlung so weit legalisieren, dass es unweigerlich
zu einer Banalisierung und allgemeinen Verbreitung von Gewalt
kommt?
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Die Unterzeichneten fordern den Grossen Rat sowie den Regierungsrat
des Kantons Waadt auf:
- jedes Projekt abzulehnen, dessen Umsetzung eine Banalisierung
und allgemeine Verbreitung von Gewalt in der Pflege zur Folge
hätte;
- dafür zu sorgen, dass die in der Pflege tätigen
Institutionen (Spitäler, Pflegewohnheime, Ambulatorien,
usw.) sowie die Gefängnisse die Achtung der Grundrechte
als konkretes prioritäres Ziel betrachten. Dazu müssen
sie über genügend und vor allem speziell ausgebildetes
Personal verfügen, das in der Lage ist, den ihm anvertrauten
Personen eine menschliche und ihre Menschenwürde achtende
Pflege angedeihen zu lassen;
- Gesetze zu erlassen, die es den PatientInnen und dem Personal
ermöglichen, Einsprache zu erheben oder sich bei unabhängigen
Behörden zu beschweren, wenn sie Sinn und Zweck einer Zwangsmassnahme
oder einer geplanten medizinischen Behandlung in Frage stellen;
- Gesetze zu erlassen, die die Pflegeinstitutionen dazu verpflichten,
Patientenverfügungen zu respektieren;
- das heute gültige Gesetz zu revidieren, damit PatientInnen,
die freiwillig in eine psychiatrische Klinik eintreten, diese
auch wieder verlassen können, wann immer sie wollen.
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